Derzeitige Bedeutung von Biomasse für die österreichische Energieversorgung

Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung des primärenergetischen Energieverbauchs („Brutto­inlandsverbrauch“) in Österreich von 1970 bis 2008 sowie des Anteils biogener und aller erneuerbarer Energieträger. Die Nutzung von Biomasse und Abfällen stieg in diesem Zeitraum von unter 50 auf ca. 227 PJ.

 Entwicklung des Bruttoinlandsverbrauchs (Primärenergie) von 1970 bis 2008 (biogener Anteil von Abfällen für die Berechnung des Anteils erneuerbarer/biogener Energieträger mit 50% angenommen)
Quelle: Statistik Austria (2010a), eigene Berechnungen und Darstellung (Energy Economics Group, TU Wien)

 

Die folgende Abbildung zeigt die Zusammensetzung des Biomasseaufkommen nach Rohstoff­fraktionen. Neben Scheitholz und Waldhackgut gehen auch Nebenprodukte der Sägeindustrie, Schwarzlauge (Ablauge der Papierindustrie), Holzpellets etc. auf forstliche Ressourcen zurück. Diese machen in Summe etwa 80% der derzeit energetisch genutzten Biomasse aus (wobei in der Kategorie „Brennbare Abfälle“ enthaltenes Altholz nicht berücksichtigt ist). Scheitholz ist nach wie vor die bedeutendste Biomassefraktion. Der Beitrag landwirtschaftlicher Ressourcen (aus Energiepflanzen erzeugte biogene Kraftstoffe, Stroh, Biogas und Biomasse aus „Energiekulturen“) beträgt 2008 weniger als 5%.

 

Zusammensetzung des Biomasseaufkommens (Bezugsjahr: 2007)
Quelle: Biomasseverband (2009) nach Statistik Austria, eigene Darstellung  (Energy Economics Group, TU Wien)

 

In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung der erneuerbaren Energieträger im Detail dargestellt. Der Anteil biogener Energieträger am Endenergiebedarf beträgt derzeit knapp 16% (2008) und beläuft sich damit mehr als die Hälfte des Gesamtbeitrags erneuerbarer Energieträger. Die Hauptgründe für die im internationalen Vergleich große Bedeutung von Biomasse liegen im traditionell hohen Anteil im Bereich der Raumwärmeerzeugung, dem Waldreichtum sowie dem Stellenwert der Holz verarbeitenden Industrie. Aufgrund energie- und klimapolitischer Zielsetzungen bzw. der Einführung energiepolitischer Instrumente kam es im letzten Jahrzehnt in der Nutzung biogener Kraftstoffe und Verstromung bzw. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zu signifikanten Zuwächsen. Steigende Preise für fossile Brennstoffe sowie Investitionsanreize begünstigten zudem die Entwicklung im Bereich moderner Biomasse-Heizanlagen. Im internationalen Vergleich waren die Zuwächse in der reinen Wärmeerzeugung jedoch eher moderat.

 

Entwicklung Erneuerbarer Energien (Endenergie) und ihres Anteils am gesamten Endenergieverbrauch von 1970 bis 2008
Quelle: Statistik Austria (2010a), eigene Berechnungen und Darstellung (Energy Economics Group, TU Wien)

 

Neben Biomasse spielt Strom aus Wasserkraft eine zentrale Rolle für die österreichische Energieversorgung. Strom und Wärme aus sonstigen Erneuerbaren (Photovoltaik, Solarthermie, Umgebungswärme, Windenergie etc.) spielen derzeit noch eine relativ geringe Rolle. In Summe liegt der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch bei gut 29% (2008).

 

(Für eine detailliertere Darstellung der derzeitigen Bedeutung von Biomasse im allgemeinen bzw. landwirtschaftlicher Biomasse wird auf den Endbericht verwiesen.)